Coaching / psychologische Beratung Die meisten Menschen geraten im Laufe Ihres Lebens mindestens einmal in eine psychisch belastende Lebenslage. Dabei fühlen Sie oft, dass sie sich bei dem Versuch der Problembewältigung oft im Kreis drehen und dass Hilfe von außen eigentlich dringend erforderlich wäre. Sie möchten aber keine Psychotherapie - teils, weil sie eine Therapie fürchten, teils, weil sie sich einfach nicht krank fühlen und eine Psychotherapie als Stigmatisierung empfinden. Oder sie empfinden das Problem einfach als nicht so schlimm, dass gleich eine Therapie gemacht werden müsste, gleichwohl möchten sie sich bei der Lösung eines Problems professionell unterstützen lassen. In solchen Fällen kann eine psychologische Beratung oder Coaching die richtige Entscheidung sein. Was ist Coaching / psychologische Beratung? Der Begriff Coaching wird heute leider sehr überstrapaziert und für eine Vielzahl von beratenden Tätigkeiten verwendet. Man findet den Begriff - im Sport (hier ist der Coach eher ein Trainer) - in der Wirtschaft und im Management (hier hat der Coach etwa in die Funktion eines begleitenden Trainers, der persönlich für eine Person / eine Abteilung zuständig ist) - in psychotherapeutischen Praxen oder in Lebensberatungspraxen als Abgrenzung zur Psychotherapie Darüber hinaus findet man eine Vielzahl an Wortschöpfungen, in denen der Coachingbegriff verwendet wird. Es gibt Wellnesscoaches, Ernährungs- und Gesundheitscoaches, Astrocoaches, Abnehmcoaches, Mental Coaches u.v.m. Diese Entwicklung ist bedauerlich, denn sie führt bei den Klienten eher zu Verwirrung. Die Lage ist auch dadurch zu erklären, dass die Begriffe “Coaching” und “Coach” in Deutschland nicht gesetzlich geschützt sind. So darf man - vereinfacht gesagt - alles Coaching nennen und auch jede Person darf sich selbst Coach nennen, ganz gleich über welche Qualifikationen sie (nicht) verfügt. Es bleibt abzuwarten, ob und inwiefern sich die Gesetzeslage in Deutschland noch ändern wird. Erst wenn die Begriffe geschützt und genau definiert sind, kann sich ein einheitliches Bild von Coaching verbreiten. Viele Coachingverbände arbeiten bereits daran, mehr Transparenz in dieses Dickicht zu bringen. Allerdings wird der Begriff Coaching dann wahrscheinlich wieder nur sehr eingeschränkt verwendet werden (z. B. im Bereich Wirtschaft und Management) - dies hängt davon ab, welcher Verband sich letzten Endes durchsetzt. Der Begriff “Coaching” soll hier synonym zum Begriff “psychologische Beratung” verwendet werden. Er ist hier im Sinne der dritten oben genannten Verwendungen aufzufassen: als Interventionsmethode in der psychotherapeutischen Praxis - allerdings als Abgrenzung zum Bereich der Psychotherapie. Manchmal findet man hierfür auch den Begriff “Personal Coaching” als Abgrenzung zumm “Business Coaching”, das im beruflichen und wirtschaftlichen Bereich verwendet wird. (Wenn Sie eher Interesse an einem Business Coaching haben, besuchen Sie dazu den Bereich für Geschäftklienten und Firmen, dort unter “Coaching”.) Was ist der Unterschied zur Psychotherapie? Im praktischen Vorgehen unterscheidet sich Coaching oft nicht sehr von der Psychotherapie. Dies wird schon daraus deutlich, dass die Mehrzahl der Verfahren, die im Coaching verwendet werden, aus psychotherapeutischen Verfahren abgeleitet worden sind. Dennoch ist Coaching keine Psychotherapie. Der Unterschied ergibt sich schlichterweise aus dem Anliegen, welches bearbeitet werden soll: ist es die Heilung oder Linderung einer Störung mit Krankheitswert, so ist das erforderliche Verfahren eine Psychotherapie. Wird ein Problem bearbeitet, dass keine Störung mit Krankheitswert darstellt, so ist das Verfahren eine Beratung / ein Coaching. Was nun genau eine Störung mit Kranklheitwert darstellt, ist in der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Die Unterscheidung ist nicht nur theoretischer Natur, sondern hat auch rechtliche Konsequenzen: während - wie oben beschrieben - jede Person sich in Deutschland Coach nennen und Coaching anbieten darf, so ist die Heilung oder Linderung von Krankheiten Ärzten, Psychotherapeuten und Heilpraktikern vorbehalten. Wenn Sie sich mit dem Gedanken an ein Coaching tragen, empfiehlt es sich daher, einen Coach mit Therapieerlaubnis auszusuchen. Denn der Übergang zwischen den Gebieten ist häufig fließend und Coaches ohne Therapieerlaubnis (oder auch die entsprechende Ausbildung) bewegen sich häufig in einer juristischen Grauzone, wenn Sie im Coaching von Ihrem Gesundheitszustand berichten. Außerdem kann der entsprechend ausgebildete Coach sie kompetent dazu beraten, ob für Ihr Anliegen ein Coaching oder eine Therapie die richtige Interventionsform darstellt. Coachinganliegen - Wozu wird Coaching und Beratung verwendet? Im Coaching und der Beratung gibt es kaum Grenzen, was die Themen betrifft. Nahezu jedes Anliegen, das psychisch belastend ist, kann bearbeitet werden. Eine Grenze ergibt sich wie gesagt zur Psychotherapie - wenn gesundheitliche Probleme geheilt werden sollen, verlässt man den Rahmen eines Coachings (eine weitere Grenze wäre die juristische: die Schweigepflicht im Coaching entfällt, wenn dadurch höhere Rechtsgüter verletzt würden). Einige typische Themen für eine Beratung / ein Coaching sind: - Karriereprobleme - Sinn- und Lebenskrisen - Probleme in der Partnerschaft - Probleme, eine(n) Partner(in) zu finden - Verbesserung der Führungsfähigkeit - Gesprächsvorbereitung - Begleitung bei schwierigen beruflichen oder privaten Veränderungsprozessen - das Gefühl unausgefüllt zu sein - Mobbing und Teamkonflikte - Suche nach neuen Zielen und Visionen - Psychohygiene, sich Dinge von der Seele reden - Beziehungsprobleme - Leistungssteigerung - Lust auf Veränderung - Kreativitätssteigerung - Kommunikationssprobleme - als Ausgleich und Unterstützung zum belastenden Alltag - ... Im Falle eines evtl. Coachings können Sie im Erstgespräch Ihr Anliegen erklären und sich einen Eindruck von mir, meiner Praxis und meiner Arbeitsweise verschaffen. Ich berate Sie dazu, welche Interventionsform (Beratung / Coaching oder Therapie) für Sie in Frage kommt, welche Methoden ich im Coaching einsetze und wie der weitere Ablauf des Coachings aussehen kann. Das Erstgespräch ist unverbindlich, sie müssen sich darin noch nicht entscheiden, ob Sie das Coaching in Anspruch nehmen möchten.   Kontakt: Privatpraxis für Psychotherapie und Hypnose, Kirchstr. 2, 68647 Biblis. Tel.: 06245 2009 519 (Anrufbeantworter). Mail: info@reis-beratung.de Privatpraxis für Psychotherapie und Hypnose Jochen Reis, M. A. (Soziale Verhaltenswissenschaften) Heilpraktiker (Psychotherapie) Beispiel: Eine Klientin kommt in die Praxis, weil sie beruflich Mobbing ausgessetzt ist. Will sie nun klären, wie sie mit dieser Situation umgehen soll, wie sie gelassener mit Stresssituationen umgehen kann oder wie sie das Gespräch mit den Kollegen führen soll, so wird keine Störung mit Krankheitswert bearbeitet und das Verfahren wäre eine Beratung / ein Coaching. Will die Klienten aber auch (oder gar primär) ihre psychisch bedingten Schlafstörungen und ihre Migräne verschwinden lassen, so wird Heilung oder Linderung dieser Beschwerden angestrebt. Das resultierende Verfahren wäre eine Therapie.  Kurzinfo Coaching  - Coaching ist individuelle und  kontextbezogene Lebensberatung. Dabei werden Probleme, Ziele und Ressourcen geklärt, persönliches Feedback gegeben und Bewältigungs- und Umsetzungsstrategien erarbeitet. - Es werden unterschiedliche Verhaltensebenen, verschiedene Rollenanforderungen oder Lebensbereiche, Leitsätze und Wahrnehmungs- oder Gedankenverzerrungen bewusst gemacht und maßgeschneidert vom Klienten - unter Beistand des Coaches - neu entworfen, erprobt und an die individuellen Bedürfnisse angepasst. - Coaching bewegt sich - je nach Auftrag und Erfordernissen - auf mehreren Ebenen: der des Verhaltens, der Fähigkeiten und des Wissens, des Glaubens, der Wert- und Identitätsebene, der soziologischen Rollen und Systemzugehörigkeiten, der Sinnfindung und auf der Ebene des Spirituellen oder der religiösen Vorstellugen. (Modifitiert nach: B. Migge, Handbuch Coaching und Beratung, 2005, Beltzverlag: Weinheim und Basel)